ADDRESSES UNKNOWN
Eine stille Liebeserklärung an Europa.
Ich arbeite seit vielen Jahren als Portraitfotograf.
Seit einigen Jahren begleitet mich fast täglich eine analoge Kamera meist eine Leica M6 oder eine Hasselblad 503.
Mich interessieren keine Sehenswürdigkeiten und keine perfekten Ansichten.
Mich interessieren Licht, Bewegung, Zufälle, Ruhe, manche Menschen und jene kleinen Momente, die oft übersehen werden.
Europa ist voller Orte, die wir zu kennen glauben. Städte, Berge, Wälder und Gewässer prägen unsere Erinnerungen.
Doch was bleibt von ihnen, wenn ihre Namen in den Hintergrund treten?
Ob Berlin, Rom, Hamburg, Monopoli, Zingst, Dresden oder der Harz, oft ist nicht mehr zu erkennen, wo ein Bild entstanden ist.
Der Ort verliert seinen Namen. Was bleibt, ist ein Gefühl. Durch Licht, Reduktion und manchmal auch Unschärfe lösen sich Eindeutigkeiten auf.
Vertrautes wird fremd, Entferntes rückt näher. Die Grenzen zwischen Beobachtung und Erinnerung beginnen zu verschwimmen.
Addresses Unknown erzählt deshalb nicht davon, was Europa ist. Die Arbeit versucht vielmehr festzuhalten, wie Europa sich anfühlen kann.
Vielleicht ist sie eine stille Liebeserklärung an einen Kontinent, dessen größte Schönheit oft nicht in seinen Wahrzeichen liegt, sondern in den unscheinbaren Augenblicken dazwischen.
In einer Zeit voller Lärm, Spaltung und schneller Urteile fotografiere ich langsam. Analog. Poetisch. Mit einem leisen Augenzwinkern.
Nicht, um Orte zu dokumentieren.
Sondern um Momente festzuhalten, die uns miteinander verbinden.